Die norwegische Waldkatze

Die norwegische Waldkatze zeichnet sich vor allem durch ihren einzigartigen Charme und Charakter aus und besitzt ein besonders ausgeprägtes Sozialverhalten. Sie lieben die Gesellschaft und sind besonders menschenbezogen. Der Kontakt zu Artgenossen ist für sie wichtig, deshalb sollten sie nicht  allein gehalten werden.

Norwegische Waldkatzen haben einen ausgeprägten Bewegungsdrang und sind sehr kommunikativ, wollen an allem teilnehmen und überall mitmischen. Nicht selten stellen sie den ganzen Haushalt auf den Kopf.

Zuchtgeschichte

Witzigerweise war das Jahr meiner Geburt, das Jahr 1977, ein entscheiden-des Jahr für die norwegische Waldkatze, denn in diesem Jahr wurde die Rasse offiziell von der FiFe anerkannt.

Obwohl diese Katzen bereits jahrhun-dertelang in den skndinavischen Ländern lebte, wurde man erst zu Beginn des 20.Jahrhunderts wieder aufmerksamer auf sie, da sich durch Verpaarungen mit Hauskatzen ein Aussterben der ursprünglichen Rasse abzeichnete. Bereits seit den 30er Jahren gab es ernsthafte Bemühungen, die norwegische Waldkatze durch gezielte Zucht zu erhalten, allerdings geriet das Unternehmen durch den 2.Weltkrieg zum Erliegen.

In den 70er Jahren wurde die Rasse dann von norwegischen Vereinen als Norsk Skogkatt registriert (1972).

1973 startete der norwegische Dachver-band NRR einen Aufruf, Halter von nor-wegischen Waldkatzen zu finden, um die Erhaltung dieser Rasse durch gezielte Zucht zu sichern.

Die ersten Züchter dieser Zeit waren Else und Egil Nylund (Pan's), Anna und Liv Loose (av Baune), Edel Runas (Pjewik's Forest), Kari Eggum (av Karibo) und Katrin Koch (Colosseum's).

Erster anerkannter Kater der Rasse war Pan's Truls (02.05.1973, n 23 09).

Pan's Truls hat allerdings nur zweimal gedeckt und ist danach wieder in den Wald entlaufen.

Bereits 1977 gab es in Norwegen wieder etwa 150 registrierte Katzen und seit 1978 durften offiziell Katzen ins Ausland ausgeführt werden.

Die erste in Deutschland eingeführte norwegische Waldkatze Colloseum's Caroline in der Zucht von der kalten Drift,

der erste Waldkater war Thorgim av Baune in der ZuchtSma-Trolls.

Eins der ersten Zuchtpaare waren auch Pan's Tinella und Pan's Tassopp in der Zucht Joetunn's.

Fotos: M.Vogt

1985 bildete sich dann dir erste Norweger-Interessengemeinschaft mit dem Ziel, eine große Norweger-Sonder-show auf der Ausstellung in Siegen am 22. und 23. Februar 1986 zu organisieren.

Es nahmen damals 67 norwegische Waldkatzen zu dieser Ausstellung

Auch in die anderen europäischen Ländern oder die USA wurden nun nach und nach Tiere importiert und heute ist die Rassse weltweit vertreten und beliebt.

Foto: Pan's Tinella (M:Vogt / Becherer)

Erscheinung

Die Norwegische Waldkatze gehört zur Gruppe der Semilanghaarkatzen (Mittellanghaarkatzen) und ist eine große, kräftige Katze auf hohen Beinen (die Hinterbeine sind länger als die Vorderbeine) mit einem langen Körper. Ihre Pfoten sind groß, rund und an den Sohlen stark behaart. Der Körper hat eine kraftvolle Erscheinung mit beachtlichem Umfang und breiter Brust.

Der Schwanz der norwegischen Wald-katze ist entsprechend der Körperlänge (vom Schwanzansatz bis zu den Schulterblättern) lang mit fließender, langer Behaarung.

Ihre Kopfform sollte einem gleichseitigem Dreieck entsprechen, der Hals  mit einem beachtlichen Kragen. Das Kinn ist kräftig und das Profil von der Stirn bis zur Nasenspitze lang und gerade.

Sie hat große, mandelförmige Augen, meist in grün und gelb.

Die Ohren weit seitlich,aber oben auf dem Kopf angesetzt, aufrecht, meist aufmerksam aufgerichtet sind mittel bis groß. Die Ohren sind stark behaart und haben oft Haarbüschel an den Spitzen (Pinsel).

Heute gibt es die norwegische Waldkatze in fast allen Farben (außer Colourpoint) und vielen verschiedenen Mustern.

Das Fell der norwegischen Waldkatze besteht aus dem Deckhaar und dem Unterfell, auf dem Rücken haben sie einen Aalstrich (bei Agouti-Katzen), auch wenn dieser nicht immer zu erkennen ist.

Farben & Muster

Wie ich bereits oben aufführe, kommt die Norwegische Waldkatze mittlerweile in fast allen Farben vor.

Grundsätzlich unterscheidet man in Agouti und Non-Agouti, also in Katzen mit Zeichnung und Katzen ohne Zeichnung.

Die Farben der Norweger haben ihren Ursprung in den Farben schwarz, rot und weiß. Aus diesen drei Grundfarben entstehen alle anderen Farbvariationen.

An dieser Stelle möchte ich die sog. EMS-Codes der Fife (Diese Codes sind aus der französischen Sprache entstanden, da die Fife im französisch-sprechenden Raum der Schweiz ihren Ursprung hat.) für Norweger ohne Zeichnung auflisten:

a = blue / blau

as = blue smoke / blau silber

d = red / rot

ds = red smoke / rot silber

e = creme / Verdünnung von rot

es = creme smoke / creme silber

f = black tortie / schwarz rot

fs = black trotie smoke / schwarz rot silber

g = blue tortie / blau creme

gs = blue tortie smoke / blau creme silber

n = black / schwarz

ns = black smoke / schwarz silber

w = white / weiß

Der Weißanteil wird durch die Ziffer 09 im Code vermerkt, z. B. n 09 / schwarz mit weiß. Der Weißanteil wird nicht spezifiert (generell unter 25%). Für den Weißanteil gibt es weitere Ziffern:

01 = Farbe nur an Kopf und Schwanz, rest weiß

02 = 50-70% weiß

03 = 25-50% weiß

 

Norweger mit Zeichnung erhalten eine nummerische Zusatzbezeichnung:

21 = nicht spezifierte Zeichnung

22 = tabby gestromt / classic

23 = tabby getigert / mackerel

24 = tabby getupft / spotted

25 = tabby getickt

Der Vollständigkeit entsprechend gehören zum EMS-Code noch nummerische Bezeichnungen für die Augen (bei den Norwegern nur, wenn die Katze weiß ist oder unterschiedliche Augenfarben hat):

61 = blaue Augen

62 = orange Augen

63 = verschiedenfarbig / odd-eyed

64 = grüne Augen

 

Character & Wesen

Die Norwegische Waldkatze zeichnet sich vor allem durch ihren zauberhaften Charakter aus, ist sehr menschenbezogen und sowohl kinderlieb als auch mit Hunden gut kombinierbar.

Die Norweger brauchen viel Zuwendung und schmusen am liebsten mit ihren Menschen oder Artgenossen.

Ein stressiger Alltag ist für die Norwegische Waldkatze meistens kein Problem. Sie gwöhnt sich an alle alltägliche Geräusche und Geflgenheiten. Wenn sie ihre Ruhe möchte, zieht sie sich von ganz alleine zurück.

Haltung & Pflege

Die norwegischen Waldkatze ist als reine Wohnungskatze gut geeignet. 

Da die Norweger sehr soziale, gesellige Katzen sind, sowohl auf den Menschen, als auch auf Artgenossen bezogen, ist es nicht gut, sie allein zu halten. Zwei sollten es schon sein.

Wenn die Möglichkeit besteht, ist es schön, wenn die Katze einen gesicherten Freilauf hat. Aber auch die reine Haltung im Haus ist in Ordnung, wenn genug Platz zum Spielen und Toben vorhanden ist und vor allem Möglichkeiten zum Klettern und Kratzen bestehen. 

 

Norwegische Waldkatzen brauchen keine besondere Fellpflege, in der Regel reicht einmal die Woche bürsten und kämmen aus. Dazu verwendet man am besten eine oder auch verschiedene Naturborsten-Bürsten, feingezahnte Kämme und bei Bedarf auch einen Pflegehandschuh zum leichten Entfernen loser Haare.

Einmal im Jahr, wenn im Frühjahr das Winterfell abgeworfen wird, sollte man auch bei den norwegischen Waldkatzen häufiger zu Kamm und Bürste greifen. 

Literaturempfehlungen

Eva Ewald: Norwegische Waldkatze. Skandinaviens sanfte Wilde. Cadmos Verlag 2011

Dominick Kieselbach (und Elvira Walz): Norwegische Waldkatzen. bede bei Ulmer 2003, 2010

Ortrun Wagner: Waldkatzen. Maine Coon Katze - Norwegische Waldkatze - Sibirsche Waldkatze. Parey Buchverlag 1999



Katzenkrankheiten

Wie auch bei uns Menschen, können Katzen an vielen, verschiedenen Krankheiten erkranken und leiden sowie an einigen Krankheiten durchaus auch sterben. An dieser Stelle möchte ich mich auf die Katzenkrankheiten beschränken, die am häufigsten auftreten. Genetische Fehler oder Krankheiten, die genetisch bedingt sind, werde ich am Ende kurz erläutern.

Katzenseuche

Katzenseuche (feline Panleukopenie) ist eine durch Viren verursachte, hochansteckende Krankheit, die weit verbreitet ist. Diese Virenerkrankung kann Katzen in jedem Alter treffen, besonders sind junge, kranke oder ungeimpfte Tiere gefährdet. Gerade im Alter von 6 bis 16 Wochen besteht ein hohes Risiko (vor allem ohne Impfung), dreiviertel (75%) der Katzen sterben daran. Übertragen wird Katzenseuche durch infizierte, kranke oder auch wieder geheilte Tiere durch Ausscheidungen. Die Erreger der Katzenseuche sind sehr widerstandsfähig und können in unserer Umwelt monatelang aktiv bleiben. Die Inkubationszeit beträgt 4 bis 12 Tage. Infizierte Tiere verweigern zunächst das Futter, sind eher antriebslos, schlafen viel und müssen sich erbrechen. Sie bekommen hohes Fiber und haben viel Durst. Im weiteren Verlauf sinkt die Zahl der weißen Blutkörperchen drastisch. Dadurch verliert die Katze nach und nach ihr Immunsystem und wird anfällig für weitere Krankheiten und Parasiten. Erkrankte Tiere müssen unbedingt behandelt werden und nach Genesung sollte eine Überprüfung durch den Tierarzt stattfinden, ob das Tier weiterhin Erreger ausscheidet.

Bester Schutz ist eine frühzeitige Impfung.

Katzenschnupfen

Unter dem Begriff Katzenschnupfen werden eine Reihe von Krankheiten der Atemwege und Schleimhäute bei Katzen zusammen gefasst, die durch unterschiedliche Erreger verursacht werden. Dabei handelt es sich sowohl um Viren, als auch um Bakterien. Betroffen vom Katzenschnupfen ist der gesamte Kopf der Katze, besonders Maul, Nase und Augen. So harmlos sich der Begriff Katzenschnupfen auch anhört, meist ist es eine schwerwiegende Infektion, die unbehandelt zum Tod führen kann.

Die Übertragung erfolgt wie auch bei der Katzenseuche durch Ausscheidungen, überwiegend aus Nase, Augen und im Speichel.

Wie bei der Katzenseuche, kann auch ein geheiltes Tier zum Ausscheider werden, d.h. die Tiere sind äußerlich unauffällig und ohne Symptome, können die Krankheit aber lebenslang verbreiten. Erkrankte Tiere müssen unbedingt behandelt werden und nach Genesung sollte eine Überprüfung durch den Tierarzt stattfinden, ob das Tier weiterhin Erreger ausscheidet. Die Inkubationszeit ist hier nur 1 bis 4 Tage. Symptome sind niesen, verklebte Augen, Ausfluss aus der Nase, starker Speichelfluss, Geschwüre im Maul und Fieber. Daneben tritt Appetitlosigkeit und Futterverweigerung sowie Abgeschlagenheit auf. Bester Schutz ist eine frühzeitige Impfung.

Katzenleukose

Die Katzenleukose heisst heute FeLV-Infektion, da ihr Erreger das feline Leukämievirus ist. Es handelt sich dabei um eine gefährliche Virusinfektion, die noch heute eine der häufigsten Todesursachen von Katzen darstellt. Eine klare Inkubationszeit gibt es bei dieser Erkrankung nicht, da auch infizierte Katzen über Jahre gesund bleiben können. Als Symptome tauchen vielfältige ungewöhnliche Gesundheitsstörungen auf, z. B. Gewichtsverlust, Antriebslosigkeit, Durchfälle. Gibt es solche unerklärlichen Symptome, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden, der die Katze auf das Virus testen kann. Die Übertragung erfolgt durch gegenseitiges Putzen, belecken, Rangkämpfe, gemeinsame Toilette u. a. Eine Infektion mit dem felinen Leukämievirus ist nicht heilbar, die Katze stirbt in einem Zeitraum von 2 bis 5 Jahren, oft schon nach wenigen Monaten. Schutz bietet eine Impfung, allerding sollte eine Katze vor dem Impfen auf das Virus getestet werden.

Bauchfellentzündung (FIP)

Die ansteckende Bauchfellentzündung (feline infetiöse Peritonitis) ist eine virale Infektionskrankheit, die immer zum Tod führt. Der Erreger dieser Krankheit ist ein hochvirulenter Coronavirus. Häufig infizieren sich Katzen im Alter von 6 Monaten bis 2 Jahren oder Tiere, die älter sind, als 14 Jahre.  Die Ansteckung erfolgt vor allem durch Kontakt mit infizierten Ausscheidungen, aber auch durch den direkten Kontakt. Das Virus bleibt in unserer Umwelt etwa 1 Woche aktiv und kann auch durch Menschen übertragen werden. Die Inkubationszeit ist nicht eindeutig festzulegen, man geht von etwa 4 Monaten aus. In den Ausscheidungen ist das Virus bereits nach etwa 2 Tagen nachweisbar. Man unterscheidet bei dieser Erkrankung zwischen einer trockenen und einer nassen FIP, die bis auf typische Flüssigkeitsansammlungen am Bauch, ähnlich verlaufen. Nach anfänglicher Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Abgeschlagenheit und Fieber, folgen Entzündungen der inneren Organe, hohem Fieber und Atembeschwerden. Eine klare Diagnose bei erkrankten, noch lebenden Tieren ist schwierig. Oft bekommt man ein Ergebnis erst durch eine Autopsie. Für diese Erkrankung gibt es keine Impfung. 

Tollwut

Diese tödlich verlaufende Virusinfektion (auch Menschen können sich anstecken) ist fast jedem ein Begriff. Dabei handelt es sich um eine tödlich verlaufende Virusinfektion, die durch das Rabiesvirus verursacht wird und auch für uns Menschen gefährlich werden kann. Diese Erkrankung ist anzeige- bzw. meldepflichtig und ungeimpfte, infizierte Tiere müssen getötet werden. Die Infizierung erfolgt über den Speichel, meist durch einen Biss. Nach der Infektion beginnt das Virus, sich über die Nerven im Gehirn anzusiedeln.

Die Inkubationszeit der Tollwut beträgt etwa zwei bis acht Wochen, nach Krankheitsausbruch dauert es etwa einen Tag bis zu einer Woche, bevor das infizierte Tier  mit zunehmender Lähmung stirbt. Die Symptome einer Tollwut zeigen sich deutlich in verschiedenen Wesensänderungen, z. B. Aggressivität, Scheu, Unruhe, Ängste, klägliches Miauen, Schluck- und Atembeschwerden, Angreifen von Artgenossen und Menschen.

In Deutschland gilt die Tollwut als ausgerottet, trotzdem ist eine Impfung gegen Tollwut aus meiner Sicht unverzichtbar, zumal eine gültige Tollwutimpfung für Reisen ins Ausland eine Voraussetzung ist.

GSD IV (Glykogene Speichelkrankheit)

Diese Stoffwechselerkrankung kommt bisher nur bei den norwegischen Waldkatzen vor. Es handelt sich dabei um eine genetische Erbkrankheit, eine Fehlfunktion des Glukosestoffwechsels. Die verantwortlichen Gene können heute durch einen Gentest nachgewiesen werden. Katzen, die an GSD IV erkranken, sterben spätestens im Alter von 10 bis 14 Monaten.

HCM (Hypertrophe Kardiomyopathie)

Unter HCM versteht man eine Herzmuskelerkrankung, bei der sich der Herzmuskel verdickt und dadurch das Herz weniger Blut aufnehmen kann. Daraus ergibt sich, dass sich das Blut staut und in den Lungenkreislauf eindringt. Am Ende der Krankheit kommt es meist zu Wasseransammlungen in der Lunge. 

Am Anfang der Erkrankung zeigen Katzen keine Symptome, man kann sie jedoch häufig schon frühzeitig durch einen Ultraschall erkennen. Für einige Rasse wird deswegen eine jährliche Vorsorge empfohlen.

HCM sollte (allerspätestens beim Auftreten von Symptomen) medikamentös behandelt werden.

HCM ist eine im Laufe der Zeit erworbene Erkrankung, deren Ursachen noch nicht ausreichend erforscht sind. Man geht zum einen von einer genetischen Anlage (bei einigen Rassen konnte dies bereits nachgewiesen werden), zum anderen von weiteren Faktoren, z. B. Infekte, aus.

Um sicherzustellen, dass eine Katze gesund ist, macht man beim Tierarzt einen Ultraschall vom Herzen, wobei man nicht immer eine klare Aussage treffen kann.

Wer sich noch ausführlicher informieren möchte, kann am besten mit einem Tierarzt sprechen.

PK def (Pyruvatkinase-Defizienz)

Auch die Pyruvatkinase-Defizienz ist eine genetisch bedingte Erbkrankheit, bei der es zu einem Mangel an roten Blutkörperchen kommt, der letzlich zur Blutarmut und zum Tode führt.

Parasiten bei Katzen

Flöhe

Flöhe können Katzen sich überall einfangen, z. B. draußen in der Natur, im Freigehege, auf Katzenausstellungen oder manchmal auch, weil sie mit dem Menschen in die Wohnung gelangen. Der Befall ist nicht nur lästig, sondern auch gesundheitlich durch Übertragung von Krankheiten ein Risiko. Zudem kann aus einem einzelnen Floh ganz schnell ein wahrer Flohzirkus in ihrem Zuhause werden. Dementsprechend gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Tier vor den kleinen Plagegeistern zu schützen. Es gibt Tabletten, Tropfen, Halsbändern und Spritzen. Ich persönlich rate von Halsbändern aufgrund der Verletzungsgefahr generell ab. Zudem ist deren Wirksamkeit umstritten. Welche Möglichkeit sich für ihr Tier am besten eignet, besprechen Sie am besten mit Ihrem Tierarzt.

Milben

Milben gehören zur Gattung der Spinnentiere. Bei Katzen gibt es folgende Milbenarten: Raubmilben, Ohrmilben, Herbstgrasmilben, die auf der Haut der Katze leben und Gras/Räudemilben, Haarbalgmilben, die in/unter der Haut der Katze leben.

Bei den unterschiedlichen Milbenarten kommt es auch zu unterschiedlichen Symptomen, bei allen jedoch zu einem extrem ausgeprägten Juckreiz. Sollte sich also ihre Katze auffällig viel kratzen, dann sollten Sie sie auf Milben untersuchen. Einen guten Artikel dazu finden Sie auf tiergesund.de.

Würmer

Würmer sind bei Katzen weit verbeitet, sowohl bei reinen Wohnungskatzen, als auch bei Freigängern. Deshalb empfiehlt sich eine regelmäßige Vorsorge (Kotprobe und Wurmkur).

Folgende Wurmarten kommen bei Katzen vor:

Spulwürmer, Hakenwürmer, Bandwürmer (befallen den Magen-Darm-Trakt)

Blasenwürmer (befallen die Harnwege / Blase)

Lungenwürmer (befallen die Atemwege / Lunge)

Herzwürmer (befallen das Herz)

Jeder Befall bleibt zunächst unbemerkt ohne Symptome, kann aber über eine Kotprobe nachgewiesen werden. Die Ansteckung erfolgt über Eier oder Larven, die sowohl an Fleisch und Beutetieren haften oder durch Menschen hereingetragen werden.

Symptome eines Wurmbefalls sind:

Juckreiz am Hinterteil

Durchfall, Erbrechen

Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust

Mangelerscheinungen, stumpfes Fell

aufgeblähter Bauch (Extremfall)

Einige Wurmarten können auch auf den Menschen übergehen, es empfiehlt sich daher seine Katzen regelmäßig zu untersuchen und ggf. zu entwurmen.

Giardien

Ähnlich wie einige Wurmarten, nisten sich auch die Parasiten mit dem Namen Giardien im Magen-Darm-Trakt der Katze ein. Giardien sind tierische Einzeller, die sich an die Darmwand anheften und sich vom Inhalt des Darmes ernähren. Diese Parasiten sind sehr hartnäckig und können auch außerhalb der Katze lange Zeit inaktiv überdauernd. Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich als Schmierinfektion, über infizierten Kot oder von Menschen hereingetragen an Schuhen und Kleidung.

Symptome bei Giardienbefall:

Durchfall, Erbrechen, Übelkeit, Bauchschmerzen, stark riechende Exkremente, Blut im Kot, Fieber

Um sicher eine Diagnose zu stellen, muss eine Kotrpobe gemacht werden, da auch andere Parasiten ähnliche Symptome verursachen. Bei Giardienbefall ist die Katze medikamentös zu behandeln und die gesamte Umgebung der Katze zu reinigen (Decken, Bezüge usw. nach Möglichkeit kochen, Gegenstände mit einem Dampfreiniger reinigen, täglich die Wasser- und Futternäpfe reinigen, Katzenklo dauerhaft sauber halten und öfter das Katzenstreu wechseln...). Wenn man die Möglichkeit hat, kann man die Räume mit einem Ozongerät behandeln, was sich als äußerst wirksam erwiesen hat. Die Behandlung muss mehrfach und kontrolliert durchgeführt werden. Fragen Sie hierzu Ihren Tierarzt.

Zecken

Zecken sind für Katzen ähnlich wie bei Menschen eine lästige und manchmal auch gefährliche Angelegenheit. Zecken übertragen nämlich auch bei Katzen eine Vielzahl an Krankheiten, einige davon lebensgefährlich.

Bei reinen Wohnungskatzen hat man mit Zecken meist keine Probleme. Bei Katzen mit einem Freigehege oder Freigänger sollte man daher regelmäßig schauen, ob der Liebling einen ungewollten Besucher mitgebracht hat. Dazu muss man seine Katze sorgfältig untersuchen, vor allem Kopf (Ohren, Augen, Nacken und Kinn) und auf der Brust. Diese Stellen sind für die Katze am schlechtesten selbst zu erreichen, an anderen Stellen entfernen die Tiere häufig selbst die Parasiten. Wenn man nun eine Zecke an seiner Katze entdeckt, sollte sie schnellstmöglich entfernt werden. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man es sich am besten einmal von einem Tierarzt oder jemandem, der das schon häufiger gemacht hat, zeigen lassen.

Gegen Zecken hilft eine regelmäßige Prophylaxe gegen Ektoparasiten beim Tierarzt.

Taxoplasmose

Unter Taxoplasmose versteht man eine Infektionskrankheit, bei der die Katze von einem Parasiten (Toxoplasma Gondii) befallen ist. Bei einer Infektion kann die Katze bzw. ihr Immunsystem Antikörper bilden und selbstständig immun werden. Ein kleiner Teil kann jedoch Ausscheider werden, d.h. ein Leben lang Überträger des Parasiten sein. Diese Krankheit kann auch auf den Menschen übergehen und besonders für Schwangere gefährlich sein. Der häufigste Übertragungsweg erfolgt über rohes Fleisch, bei Tieren über infizierten bzw. befallenen Kot. Bei einer gesunden Katze kommt es meist gar nicht zu Symptomen, sie erledigt den Parasitenbefall allein und wird immun. Junge oder geschwächte Katzen kann es zu einer Vielzahl von Symptomen kommen, dann sollte man einen Tierarzt aufsuchen.