Katzenkrankheiten

Wie auch bei uns Menschen, können Katzen an vielen, verschiedenen Krankheiten erkranken und leiden sowie an einigen Krankheiten durchaus auch sterben. An dieser Stelle möchte ich mich auf die Katzenkrankheiten beschränken, die am häufigsten auftreten. Genetische Fehler oder Krankheiten, die genetisch bedingt sind, werde ich am Ende kurz erläutern.

Katzenschnupfen

Unter dem Begriff Katzenschnupfen werden eine Reihe von Krankheiten der Atemwege und Schleimhäute bei Katzen zusammen gefasst, die durch unterschiedliche Erreger verursacht werden. Dabei handelt es sich sowohl um Viren, als auch um Bakterien. Betroffen vom Katzenschnupfen ist der gesamte Kopf der Katze, besonders Maul, Nase und Augen. So harmlos sich der Begriff Katzenschnupfen auch anhört, meist ist es eine schwerwiegende Infektion, die unbehandelt zum Tod führen kann.

Die Übertragung erfolgt wie auch bei der Katzenseuche durch Ausscheidungen, überwiegend aus Nase, Augen und im Speichel.

Wie bei der Katzenseuche, kann auch ein geheiltes Tier zum Ausscheider werden, d.h. die Tiere sind äußerlich unauffällig und ohne Symptome, können die Krankheit aber lebenslang verbreiten. Erkrankte Tiere müssen unbedingt behandelt werden und nach Genesung sollte eine Überprüfung durch den Tierarzt stattfinden, ob das Tier weiterhin Erreger ausscheidet. Die Inkubationszeit ist hier nur 1 bis 4 Tage. Symptome sind niesen, verklebte Augen, Ausfluss aus der Nase, starker Speichelfluss, Geschwüre im Maul und Fieber. Daneben tritt Appetitlosigkeit und Futterverweigerung sowie Abgeschlagenheit auf. Bester Schutz ist eine frühzeitige Impfung.

Katzenseuche

Katzenseuche (feline Panleukopenie) ist eine durch Viren verursachte, hochansteckende Krankheit, die weit verbreitet ist. Diese Virenerkrankung kann Katzen in jedem Alter treffen, besonders sind junge, kranke oder ungeimpfte Tiere gefährdet. Gerade im Alter von 6 bis 16 Wochen besteht ein hohes Risiko (vor allem ohne Impfung), dreiviertel (75%) der Katzen sterben daran. Übertragen wird Katzenseuche durch infizierte, kranke oder auch wieder geheilte Tiere durch Ausscheidungen. Die Erreger der Katzenseuche sind sehr widerstandsfähig und können in unserer Umwelt monatelang aktiv bleiben. Die Inkubationszeit beträgt 4 bis 12 Tage. Infizierte Tiere verweigern zunächst das Futter, sind eher antriebslos, schlafen viel und müssen sich erbrechen. Sie bekommen hohes Fiber und haben viel Durst. Im weiteren Verlauf sinkt die Zahl der weißen Blutkörperchen drastisch. Dadurch verliert die Katze nach und nach ihr Immunsystem und wird anfällig für weitere Krankheiten und Parasiten. Erkrankte Tiere müssen unbedingt behandelt werden und nach Genesung sollte eine Überprüfung durch den Tierarzt stattfinden, ob das Tier weiterhin Erreger ausscheidet.

Bester Schutz ist eine frühzeitige Impfung.

Katzenleukose / FeLV

Die Katzenleukose heisst heute FeLV-Infektion, da ihr Erreger das feline Leukämievirus ist. Es handelt sich dabei um eine gefährliche Virusinfektion, die noch heute eine der häufigsten Todesursachen von Katzen darstellt. Eine klare Inkubationszeit gibt es bei dieser Erkrankung nicht, da auch infizierte Katzen über Jahre gesund bleiben können. Als Symptome tauchen vielfältige ungewöhnliche Gesundheitsstörungen auf, z. B. Gewichtsverlust, Antriebslosigkeit, Durchfälle. Gibt es solche unerklärlichen Symptome, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden, der die Katze auf das Virus testen kann. Die Übertragung erfolgt durch gegenseitiges Putzen, belecken, Rangkämpfe, gemeinsame Toilette u. a. Eine Infektion mit dem felinen Leukämievirus ist nicht heilbar, die Katze stirbt in einem Zeitraum von 2 bis 5 Jahren, oft schon nach wenigen Monaten. Schutz bietet eine Impfung, allerding sollte eine Katze vor dem Impfen auf das Virus getestet werden.

Tollwut

Diese tödlich verlaufende Virusinfektion (auch Menschen können sich anstecken) ist fast jedem ein Begriff. Dabei handelt es sich um eine tödlich verlaufende Virusinfektion, die durch das Rabiesvirus verursacht wird und auch für uns Menschen gefährlich werden kann. Diese Erkrankung ist anzeige- bzw. meldepflichtig und ungeimpfte, infizierte Tiere müssen getötet werden. Die Infizierung erfolgt über den Speichel, meist durch einen Biss. Nach der Infektion beginnt das Virus, sich über die Nerven im Gehirn anzusiedeln.

Die Inkubationszeit der Tollwut beträgt etwa zwei bis acht Wochen, nach Krankheitsausbruch dauert es etwa einen Tag bis zu einer Woche, bevor das infizierte Tier  mit zunehmender Lähmung stirbt. Die Symptome einer Tollwut zeigen sich deutlich in verschiedenen Wesensänderungen, z. B. Aggressivität, Scheu, Unruhe, Ängste, klägliches Miauen, Schluck- und Atembeschwerden, Angreifen von Artgenossen und Menschen.

In Deutschland gilt die Tollwut als ausgerottet, trotzdem ist eine Impfung gegen Tollwut aus meiner Sicht unverzichtbar, zumal eine gültige Tollwutimpfung für Reisen ins Ausland eine Voraussetzung ist.

Bauchfellentzündung (FIP)

Die ansteckende Bauchfellentzündung (feline infetiöse Peritonitis) ist eine virale Infektionskrankheit, die immer zum Tod führt. Der Erreger dieser Krankheit ist ein hochvirulenter Coronavirus. Häufig infizieren sich Katzen im Alter von 6 Monaten bis 2 Jahren oder Tiere, die älter sind, als 14 Jahre.  Die Ansteckung erfolgt vor allem durch Kontakt mit infizierten Ausscheidungen, aber auch durch den direkten Kontakt. Das Virus bleibt in unserer Umwelt etwa 1 Woche aktiv und kann auch durch Menschen übertragen werden. Die Inkubationszeit ist nicht eindeutig festzulegen, man geht von etwa 4 Monaten aus. In den Ausscheidungen ist das Virus bereits nach etwa 2 Tagen nachweisbar. Man unterscheidet bei dieser Erkrankung zwischen einer trockenen und einer nassen FIP, die bis auf typische Flüssigkeitsansammlungen am Bauch, ähnlich verlaufen. Nach anfänglicher Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Abgeschlagenheit und Fieber, folgen Entzündungen der inneren Organe, hohem Fieber und Atembeschwerden. Eine klare Diagnose bei erkrankten, noch lebenden Tieren ist schwierig. Oft bekommt man ein Ergebnis erst durch eine Autopsie. Für diese Erkrankung gibt es keine Impfung. 

HCM (Hypertrophe Kardiomyopathie)

Unter HCM versteht man eine Herzmuskelerkrankung, bei der sich der Herzmuskel verdickt und dadurch das Herz weniger Blut aufnehmen kann. Daraus ergibt sich, dass sich das Blut staut und in den Lungenkreislauf eindringt. Am Ende der Krankheit kommt es meist zu Wasseransammlungen in der Lunge. 

Am Anfang der Erkrankung zeigen Katzen keine Symptome, man kann sie jedoch häufig schon frühzeitig durch einen Ultraschall erkennen. Für einige Rasse wird deswegen eine jährliche Vorsorge empfohlen.

HCM sollte (allerspätestens beim Auftreten von Symptomen) medikamentös behandelt werden.

HCM ist eine im Laufe der Zeit erworbene Erkrankung, deren Ursachen noch nicht ausreichend erforscht sind. Man geht zum einen von einer genetischen Anlage (bei einigen Rassen konnte dies bereits nachgewiesen werden), zum anderen von weiteren Faktoren, z. B. Infekte, aus.

Um sicherzustellen, dass eine Katze gesund ist, macht man beim Tierarzt einen Ultraschall vom Herzen, wobei man nicht immer eine klare Aussage treffen kann.

Wer sich noch ausführlicher informieren möchte, kann am besten mit einem Tierarzt sprechen.

GSD IV (Glykogene Speichelkrankheit)

Diese Stoffwechselerkrankung kommt bisher nur bei den norwegischen Waldkatzen vor. Es handelt sich dabei um eine genetische Erbkrankheit, eine Fehlfunktion des Glukosestoffwechsels. Die verantwortlichen Gene können heute durch einen Gentest nachgewiesen werden. Katzen, die an GSD IV erkranken, sterben spätestens im Alter von 10 bis 14 Monaten.

PK def (Pyruvatkinase-Defizienz)

Auch die Pyruvatkinase-Defizienz ist eine genetisch bedingte Erbkrankheit, bei der es zu einem Mangel an roten Blutkörperchen kommt, der letzlich zur Blutarmut und zum Tode führt.

Christian Peters, Scheideweg 112, 26127 Oldenburg